GRM B
rainfuck

Sebastian Nübling hat den gefeierten Roman von Sibylle Berg auf unsere Bühne gebracht. Im Making Of erzählt er von der Arbeit an der Inszenierung, die die Wut, Verzweiflung und Lebenssehnsucht einer Gruppe junger Menschen in den Mittelpunkt stellt.

Dystopie war das Ding der letzten Jahre gewesen. Alle hatten so eine tüchtige Endzeitangst. Angstgesetze wurden in Tagen verabschiedet. Gesetze gegen: Vermummung, Versammlung, Verhüllung. Hate Speech. Internetblockadengesetze, Kontoeinfrierungsgesetze. Aber all die liebevollen Versuche der Regierung, die Bevölkerung zu beruhigen, hatten nicht geholfen. Wie Ameisen, die aus ihrem Weiler, oder Stock, oder Bau, oder wie der Scheiß bei Ameisen hieß, gejagt wurden, waren die Menschen in Todesangst herumgerannt und hatten sich so gefürchtet. Vor: multiresistenten Keimen, der Scharia, dem Aufgeben alter Gewohnheiten, der Armut und nun – lebten sie immer noch. Die Angst klang noch in den Zellen der westlichen Bevölkerung nach, aber war schon halb vergessen. Alles würde gut werden. Der Meeresspiegel stieg weiter, die Eisberge schmolzen, die Rohstoffe wurden weniger, als sei nie etwas geschehen, waren alle zu ihrer Religion zurückgekehrt. Dem Einkaufen.

Mehr zur der Romanvorlage von der Autorin selbst.

Der Buchtrailer zu Sibylle Bergs "GRM Brainfuck"